Die Schokobombe :: schlägt sanft ein, detoniert bombastisch

Nachdem die Kamera letzte Woche ihre wiedererlangte Funktionalität unter Beweis gestellt hatte, waren wir reif für eine warme Tasse Kaffee. Diese werden wir an diesem Tag nicht in einem gewöhnlichen Café zu uns nehmen. Wir fahren ins Industriegebiet nach Feuerbach, denn hier soll es sie geben: die Schokobombe der Caffe Brigade.
Caffe Brigade
Hier herrscht urbane Underground-Atmosphäre: Grafitti-Fassaden, Kunstfiguren aus altem Metall und Holz, Bahngleise, ein vorbeifahrender Zug, türkisfarbene Container eines Schrottplatzes. Vor der Hausnummer 13/8 der Friedrich-Scholer-Str. parkt eine rote Honda, die die besten Jahren auch schon hinter sich hat, aber wunderbar zu dieser Umgebung passt.
Ich muss dem Heft, aus dem ich von der Caffe Brigade erfahren habe, zustimmen: man findet sie nur, weil man jemanden kennt, der jemanden kennt, der jemanden kennt, der… Ihr versteht schon… Noch ist die Rösterei ein 1-Mann-Betrieb und ihr Herzstück ist ein Raum, der mehr einer Baustelle gleicht. Die Verpackung wird an einem alten Drucker gedruckt. Glaubt man gar nicht, wenn man sie sieht. Auch der Slogan klingt cool und lädt zum Probieren ein:

Schlägt sanft ein, detoniert bombastisch

Die Kaffeemaschine steht zwei Hausnummern weiter in einem Grafikdesign-Büro mit künstlerich angehauchtem Ambiente:

CaffeBrigade

Caffe-Brigade-Art

Kunstfigur von Thomas Putze

Hier dürfen wir sie probieren: die Schokobombe von Sebastian Harreus.

CaffeBrigade-2

Caffe Brigade Seminarraum

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Caffe Brigade Seminarraum

Eine eigene Mischung, eine eigene Röstung. Er bereitet uns eine Kostprobe zu. Mit gekonnten Handbewegungen zeichnet er nebebei schöne Milchschaummuster in unseren Tassen.

Dabei erzählt er mit ungezwungener Selbstverständlichkeit, warum er das macht: angetrieben von der Lust auf einen riiiichtig guten Espresso, so wie er ihn an einem Straßenstand bei einem zahnlosen Italiener in Italien mal getrunken hat.
Angefangen hat er mit Röstexperimenten mit Vogelsand. Um das Ergebnis weiter zu perfektionieren, bastelt er selbst „Röstgadgets“, bestehend aus Heißluftpistole und einem alten Brotbackautomaten (in Ermangelung einer richtigen Maschine, die er sich zu Stundentenzeiten noch nicht leisten konnte). Heißluftpistole und Brotbackautomat erweisen sich als eine Erfindung, mit der er endlich das gewünschte Röstergebnis erzielen kann. An einer gebrauchten professionellen Kaffeemaschine übt er dann die richtige Zubereitung. Temperatur, Druck und Durchlaufzeit werden im Zusammenspiel akribisch testet, bis die richtige Konstellation feststeht. Dabei holt er sich eine waschechte Koffeinvergiftung: während einer Testphase schluckt er etwa 25 Espresso hintereinander! Tachykardie, Konvulsionen, bleiches Gesicht und Fieber sind eine kleine Auswahl der typischen Symptome.
Tjaaa, was soll ich sagen… das spricht für Leidenschaft und wer auch noch mit so viel Körpereinsatz an die Sache rangeht, weiß irgendwann ganz genau, was er tut und wovon er spricht.
Sebastian Harreus
Ich bin eigentlich keinen Kaffeetrinker, ich mag eher Tee. Aber die Caffe Brigade macht mich nicht nur mit ihrem Namen neugierig, sondern überzeugt mich auch geschmacklich. Hier wird auf Frische besonders viel Wert gelegt: keine Röstung ist älter als 3 Wochen.
Die Schokobombe kann man auch mit einem Bialetti Espressokocher oder einem z. B. Bodum Chambord Kaffeebereiter zubereiten (ich kann beide Methoden empfehlen!). Steht übrigens auch auf der Verpackung.
Nur die Offenbarung über meine Kaffeemühle sorgt dafür, dass sich beim Herrn Harreus die Nackenhaare sträuben. Das sei der „Satan“ unter den Kaffeemühlen :D! Denn neben dem Röstvorgang spielt das Mahlen eine der wichtigsten Rollen bei der Verarbeitung und folglich für den Geschmack.
Aber was soll´s, noch backe ich auf dem Gebiet kleine Brötchen und für die Herstellung von Puderzucker taugt die Mühle auch was ;). Diejenigen von euch, die bereits echte Kaffee-Freaks sind, haben bestimmt DIE KAFFEEMÜHLE bei sich zu Hause stehen. Oder können sich die Tipps direkt vor Ort abholen.
Herr Harreus organisiert übrigens auch Kaffeeseminare. Da hätte ich schon eine Idee für unser nächstes Teamevent ;).
Danke fürs Lesen und probiert´s!

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