Intelligenz macht sexy oder meine 15 Minuten Ruhm…

Ich muss gestehen, der Titel ist etwas irreführend. Aber ich hoffe, dass ich im Laufe der Erzählung die Kurve kriege 😉 .

Genaugenommen geht es im heutigen Beitrag um die lange Nacht der Museen in Stuttgart letzten Samstag. Ich bin selber etwas erstaunt, dass ich diesem Event auch dieses Mal etwas abgewinnen konnte. Obwohl ich schon mehrmals dabei war und auch nahezu alle Museen in Stuttgart mehrfach besucht habe.

***

Mein erstes persönliches Highlight an diesem Abend ist das Rollende Museum:

es handelt sich um eine Initiative, bei der etwa 100 Oldtimer die Museumsbesucher am Schlossplatz abholen und sie dann zum Porsche oder Mercedes Museum fahren. Die Schlange ist noch nicht so groß, also verschmähen wir vorläufig das Neue Schloss (vor dem sich eine noch viel größere Menschenschlange aufgebaut hat) und stellen uns zu den Wartenden fürs Rollende Museum. Ein richtiger Schwoab hat das Mikro und kündigt jedes Vintage Car an, reißt Witze auf Schwäbisch, erzählt kurz etwas über die Geschichte des jeweiligen rollenden Exponats und ganz nebenbei verteilt er dir Teilnehmer auf die Autos.

Es dauert nicht lange, bis ich beschließe, dass ich mit einem richtig alten Auto fahren will. Es muss ein Cabrio sein, Zweisitzer, dazu noch rot und mindestens doppelt so alt wie ich. Also, es darf so etwa 50 bis 70 Jahre alt sein 😉 . Ach ja, der Fahrer darf aber jünger sein 😉 . Das klingt wahrlich nach einem nicht sehr bescheidenen Wunsch. Aber da die Chancen, genau so ein Auto zu bekommen, schlecht stehen, darf mein Wunsch umso unverschämter ausfallen. Und dann doch: in der Dämmerung sehe ich ein Auto, das diese Kriterien erfüllen könnte. Kurz nachdem ich meine Ansprüche der Warteschlange ungefragt mitgeteilt habe, steht mein Wunschauto da! Der Moderator ruft aus: „Mir brauchet oine Person!“

Ich warte rücksichtsvolle 2 Sekunden, falls jemand vor mir sich noch melden möchte und nachdem das nicht geschieht, springe ich mit einem lauten „IIIICH!“ ins Rampenlicht. Immer noch keine Gegenstimmen. Auch der Moderator kann mich nicht mehr stoppen.
Mr. G und ich müssen uns Anbetracht der Umstände knapp verabschieden. Mit einem verwegenen „Ich werde auf dich (vor dem Porsche Museum) warten!!!“ falte ich mich zusammen und schon sitze ich neben Peter und darf in diesem Baby mitfahren:

Alfa Romeo 8C, Cabrio, Baujahr 1931, Fahreralter < 1931. Mission erfüllt!
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Der Sitzplatz ist echt knapp, daher wirklich eher für kleinere Personen geeignet. Wie mich. Also ist es für die anderen Wartenden eh besser so 😉 . Die Tür fällt ebenfalls knapp aus, es gibt seitlich keine Fensterscheiben, alles offen. Mit einem tiefen Röcheln ziehen wir davon. Auf der Fahrt erfahre ich, dass das Auto in Wirklichkeit ein Rennauto sei und trotz der ungesunden Geräusche, die es von sich gibt, beachtliche 180km/h fahren könne. Als kleinen Beweis hängen wir ganz nebenbei einen glitzernden Mercedes an der Ampel ab. Die Luft ist eisig, aber mir egal, noch nie war mir SO schön kalt! Und mit so einem Auto zu fahren macht auch jünger: durch den Wind und die Kälte ist alles im Gesicht glatt gebügelt. Zumindest für eine Weile. Das nennt man Facelifting for free.

Wenig später wird Mr. G auch von einer Simca „geliefert“. Davon gibt es auf der ganzen Welt nur etwa 30 Stück, aber ganze zwei davon in Deutschland!

Im Anschluss schauen wir uns das Porsche Museum an. Da habe ich dieses mir neue Exponat festgehalten:

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Für alle, die jetzt grübeln, das ist Sally Carrera von dem Zeichentrickfilm „Cars“. Find ich sehr gelungen.

Das zweite Highlight beschert mir persönlich das Schweinemuseum, das sich logischerweise in der Schlachthofstraße in Stuttgart befindet. Und es ist eine herrliche Sammlung von Schweinen in allen Formen und Farben. Es beherbergt über 40 000 Ausstellungsstücke und nach kurzer Zeit staunt man nicht schlecht, was es denn alles in Schweineform gibt:

Natürlich Figuren:

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Einige davon sehr freizügig 😉 :

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Einen Adventskalender (diese Bilder stammen von meinem vorherigen Besuch letzten Jahres):
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Heizkörper:

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Dazu noch Krawatten, Socken, Schürzen, Fußabtreter, Spardosen, Schweine Peepshow und…und… und…

…hier einige weiteren Impressionen:
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Einer der Gründe für meinen (erneuten) Besuch ist mitunter, dass ich schon den ganzen Abend eine Spende für das Schweinemuseum mit mir herumtrage.

Und genau hier sollte sie ihren Ehrenplatz finden:

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Denn sie ist nicht nur themenverwandt, sondern auch die größte Schweine-Tasse in da house, yeah baby ;D!

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Der zweite Gegenstand, den ich loswerden will, ist dieser Leuchtschwein-Schlüsselanhänger:

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Und versteht mich nicht falsch, mit „loswerden“ meine ich nur, dass ich eben zwei davon habe. Wie ich in ihren Besitz gekommen bin, ist eine Geschichte für sich.

Die Museumsgründerin, Frau Wilhelmer, ist hellauf begeistert von meinen Spenden und kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr heraus.

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Sie nimmt mich an die Hand und spendiert mir ohne Widerrede einen Schnaps (Mr. G natürlich auch  ;))). Sie will wissen, woher ich diese wertvollen Schweinejuwelen habe und bittet mich, die Kontaktdaten des Händlers für das Leuchtschwein zu organisieren. Dieser sitzt nach meiner letzten Information in Hong Kong. Ich muss sagen, mit so viel Begeisterung für die Tasse und das Leuchtschwein habe ich gar nicht gerechnet. Ich erwische mich sogar, dass ich die Tasse plötzlich mit anderen Augen sehe: auf einmal scheint sie mir auch um einiges wertvoller als davor… Sie wurde mir von einer Freundin geschenkt. Sie meinte mal zu mir, sie hätte diese Tasse gesehen und an mich gedacht. Ich habe spontan angenommen, dass sie natürlich den Spruch und nicht das Schweinchen gemeint hat. Und ich fand das super lieb von ihr. Aber dennoch finde ich, in diesem Schweineparadies ist die Tasse vieeel besser aufgehoben als in meinem Schrank. Außerdem wurde mir gesagt, mein Name würde gedruckt und zusammen mit der Tasse ausgestellt werden. Ha ha, ist das nicht saugeil 😀 ?! Sofern es auch so kommt. Und wenn nicht, isch au recht, Hauptsache so kommt zusammen, was zusammen gehört.

Also, falls Ihr jemals hingehen würdet, haltet Ausschau danach. Ein Besucht lohnt sich aber so oder so!

Wünsche Euch eine schöne restliche Woche und danke Euch fürs Lesen!

P. S. Ich habe ganz vergessen zu erwähnen: ins Neue Schloss haben wir es danach trotzdem geschafft: um 1:15 gab es fast keine Schlange mehr (nur noch eine kleinere Gruppe vor dem Eingang). Und wie es das Schicksal wollte: 15 Sekunden, nachdem wir uns angestellt hatten, wurde der Einlass gestoppt. So kommen wir ohne jegliche Wartezeit, kurz vor knapp doch noch rein. Und nach nur 15 Minuten ist der Rundgang im Schloss wieder zu Ende. Zwar schön und wider Erwarten ziemlich prachtvoll, aber hätten wir am Anfang zwei Stunden in der Kälte dafür gewartet, hätte ich mich maßlos geärgert. Also ist das nun zum Schluss auch ein kleiner Tipp für die nächste Nacht der Museen.

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4 Antworten

  1. carstenehrmann sagt:

    Ach du warst dieses Jahr wieder dort. Wollte mal dran erinnern, wer dich letztes Jahr dahin eingeladen hat 😛 Toller Blog übrigens!

  2. bergkraxler7 sagt:

    im Schweinemuseum bekommt man ja die Panik :mrgreen: lg Bernd

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