„Frauen reisen solo“

Geplagt von chronischem Fernweh bin ich irgendwann auf dem Reiseblog Pink Compass von Carina  gelandet… und geblieben 😉 . Auf ihrem Blog berichtet sie von ihren Reiseerfahrungen und gibt praktische Tipps vor allem für alleinreisende Frauen.

Vor kurzem hat sie ihr Wissen in einem eBook zusammengefasst und veröffentlicht. Ich durfte dieses Buch sogar kurz vor der Veröffentlichung schon lesen. Im Gegenzug habe ich ihr eine ehrliche Rezension versprochen. Und heute bekommt sie sie auch ;).

Das Buch heißt „Frauen reisen Solo – ein Ratgeber für alleinreisende Frauen (und alle, die es werden wollen)“. Es soll Frauen helfen, sich optimal auf ihre Reise vorzubereiten. Bei diesem Titel fallen mir spontan drei Themen ein, die für mich als Alleinreisende am wichtigsten wären: Unterkunft, Sicherheit und Hygiene/Gesundheit auf Reisen.

Der Punkt „Unterkunft“ hat alle meine Erwartungen erfüllt. In diesem Kapitel sind sehr viele Möglichkeiten erwähnt, wie man eine günstige und auch frauenfreundliche Unterkunft findet. Manche der Möglichkeiten kannte ich bereits (z. B. Hostels). Aber ich muss gestehen, auf einige wäre ich nicht spontan gekommen (wie z. B. Housekeeping). Und dritte waren mir ganz neu. Natürlich kann man nicht erwarten, dass Carina alle bereits ausgiebig getestet hat. Wo sie selber noch keine Erfahrungen gemacht hat, gibt sie an, auf welcher Plattform oder Blog man mehr Informationen finden kann.

Nun zum Thema Sicherheit: Ich bin schon ein bisschen um die Welt gereist, aber nie wirklich komplett alleine. Deswegen wäre dieser Punkt einer der wichtigsten für mich. Als ich das Kapitel gelesen hatte, kamen mir manche Hinweise zuerst zu allgemein vor: etwa nach dem Motto „Gehe nicht in dunkle Gassen“ oder „Kleide dich passend zu Land und Leuten“. Im Nachhinein fand ich es aber dennoch richtig, dass auf solche „Banalitäten“ hingewiesen wird. Mir ist das schon auf Reisen begegnet, dass Frauen solche Dinge nicht ausreichend beachtet hatten. Viele fühlen sich dann bedrängt, wenn die Männer (aber auch die Frauen) einen begaffen oder einem hinterherpfeifen. Aber was erwartet denn eine Frau in einem mikroskopischen Jeanshöschen z. B. in einem Land, in dem die meisten Frauen vielleicht verschleiert herumlaufen? Sie hat wohl nicht nur ihre Hose, sondern auch ihr Gehirnchen im Hotel vergessen. Nur weil das im 5-Sterne-Hotel am Strand toleriert wird, heißt es nicht, dass es „da draußen“ ebenfalls so ist. Aus diesen Gründen ist es sogar sehr wichtig, daran zu erinnern, seinen Blickwinkel auf Reisen zu ändern.

An diesem Punkt hat mir aber ein Aspekt dennoch gefehlt: Strategien, was ich unternehmen kann, um meinen eigenen Schutz zu gewährleisten. Denn manchmal kann es nun mal vorkommen, dass Frau durch eine dunkle Gasse muss. Oder sich verlaufen hat. Oder mit Sack und Pack in der Nacht auf der Straße steht… Was mache ich dann? Trage ich eine „Waffe“ mit mir (Pfefferspray? Taschenmesser?). Wie verhalte ich mich, wenn was passiert (ist)? Welchen Gegenstand kann ich schnell umfunktionieren, um mich im Notfall damit zu verteidigen?

Ich weiß, solche Themen werden ausführlich z. B. in Survivalbüchern behandelt (ich habe tatsächlich schon darüber gelesen und wüsste da ein paar Tipps ;)). Und damit meine ich nicht, dass man das alles selber schon erlebt haben muss, um aus Erfahrung zu berichten. Ich hoffe, dass keine(r) von uns solche Strategien jemals anwenden muss. Aber in einem angemessenen Umfang wären sie in diesem Kapitel sicherlich gut aufgehoben.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Hygiene auf Reisen. Für Frauen i. d. R. auch ganz besonders wichtig 😉 . In diesem Kapitel spricht Carina die frauenbezogenen Themen ganz offen an und gibt gute praktische Tipps. Auch hier fand ich die Mischung aus Altbekanntem und Neuem sehr gelungen. Mir persönlich drängten sich danach aber immer noch ganz banale, nahezu doofe Fragen auf:

  • wie oft wird die Bettwäsche im Hostel gewechselt?
  • Wie viele Unterhosen nimmt man denn mit?
  • Wie und wo wasche ich sie (im Hostel?)
  • Bringe ich mein Waschmittel mit?
  • Wo hänge ich meine Unterwäsche/meine Sachen auf?

Denn ehrlich gesagt, meine Unterhosen auf einer „öffentlichen“ Wäscheleine zu sehen, kommt einem Eingriff in die Privatsphäre gleich und daher etwas abschreckend 😉 !

Solche Gedanken klingen für eine erfahrene Reisende vielleicht lächerlich. Aber aus meiner Sicht haben sie ihre Daseinsberechtigung. Genauso wie der Hinweis „Gehe nicht in dunkle Gassen!“. An der Stelle hätte ich gern einfach etwas mehr über das Leben in einem Hostel erfahren. Wäre evtl. auch etwas für den ersten Punkt.

Im Buch widmet sich Carina auch einem nicht minder wichtigen Thema: dem lieben Geld. Sie erklärt:

  • wie man Geld für die Reise spart,
  • wie man es während der Reise aufbewahrt,
  • auch an dieses Geld im Ausland rankommt,
  • es auch sinnvoll verwaltet und ausgibt.
  • Und nicht zuletzt, wie man auch welches verdient.

Diese Tipps richten sich z. T. eher an Personen, die eine längere Reise machen wollen. Allerdings wird das nicht so explizit erwähnt.  Das halte ich an der Stelle für etwas „gefährlich“. Irgendwie drängt sich die Botschaft auf, Frau müsse all ihren Besitz verkaufen und immer nur sparen, sparen, sparen. Dazu in Schlafsälen mit 10 Personen schlafen und sehr minimalistisch leben, um als Frau alleine unterwegs zu sein. Das stimmt natürlich nicht. Und auch wenn es nicht so gemeint ist, hätte ich mir gewünscht, dass dies hier deutlicher abgegrenzt worden wäre. Das ist aus meiner Sicht auch der Punkt, an dem das Buch in einen Ratgeber zum Thema „Wie werde ich zum digitalen Nomaden“ wird. Für jemanden, der nur mal eine Woche oder 10 Tage alleine verreisen möchte, könnte das etwas deplatziert klingen, auch wenn die Informationen sehr hilfreich sind.

Ein weiterer interessanter Punkt ist „Technik, was nehme ich mit“. Hier hat mir persönlich der Hinweis auf die sog. Systemkameras gefehlt. Ich habe sie noch nicht selber ausprobiert, aber diese sollen eine sehr gute (und vor allem leichtere!!!) Alternative zur SLR sein.

Nicht zuletzt beschäftigt sich das Buch auch mit anderen relevanten Dingen: Krankenversicherung, der Auswahl des passenden Gepäcksstücks, der richtigen Schuhe und Kleidung, der Aufbewahrung von Papieren und anderen wichtigen Dokumenten, der Reiseapotheke und Krankheit auf Reisen, und auch mit der „Zeit danach“. Die vor allem bei längeren Reisen sehr wichtig ist. Und oft vergessen wird.

Fazit: Trotz gewisser Schwächen in den erwähnten Punkten fand ich das Buch hilfreich. Ich würde es auf jeden Fall konsultieren, wenn ich eine längere Reise auf eigene Faust machen würde. Alleine oder auch in Gesellschaft. Da es sich auch sehr viel mit der Organisation der Reise befasst, ist es aus meiner Sicht auch gut für Männer geeignet. Nicht zuletzt hat es mir nicht nur gezeigt, was ich alles wissen und bedenken sollte, sondern was ich auch noch wissen möchte.

An dieser Stelle danke ich Euch fürs Lesen und Carina für ihr Vertrauen und auch für ihren Mut, mir das Buch zur Rezension zu überlassen 😉 !

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4 Antworten

  1. somyak sagt:

    Danke für deine Besprechung, ich glaube tatsächlich, so ein Buch fehlte einfach noch. Und da dürfen auch gern mal Dinge drin stehen, die vielleicht für dich und mich auf der Hand liegen, aber letztlich doch nicht für jede. Mein Tipp zum Thema Sicherheit wäre noch, in vielen Ländern sagt ein Ehering mehr als tausend Worte, wenn Männer zu „interessiert“ sind. Ansonsten habe ich aus persönlicher Erfahrung ganz gute Erfahrungen mit einer App gemacht, die mir auf meiner Reise letzten Sommer durch Frankreich (besonders im Niemandsland um Clermont-Ferrand) gute Dienste gelestet hat: https://play.google.com/store/apps/details?id=com.comuto&hl=de

    • Du meinst u. U. auch einen „Fake“-Ehering (wenn man keinen echten hat;))? Sehr interessant, darauf wäre ich nicht gekommen. Ich werde es mir merken! Und vielen Dank für die App, die werde ich mir auch genauer ansehen! Liebe Grüße

  2. Monika G sagt:

    Hallo und Danke für die ausführliche Rezension. Kenne den Blog Pink Compass auch schon eine Zeit lang und habe mir dort immer wieder tolle Informationen und Tipps geholt. Ich denke das Buch werde ich mir als nächstes beschaffen. 🙂 Mein letzter Urlaub als alleinreisende war in einem Hotel in Oberösterreich, sehr interessant dort. Dort bekommt man was geboten kann ich nur sagen 😉
    Nagut, also danke nochmal und liebe grüße 😉

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