No Worries – Backpacking für Anfänger

NoWorries BackpackingVor etwa 10 Jahren landete ich das erste Mal in einem Hostel. Ich besuchte Freunde in Südafrika und überließ ihnen die Organisation eines Trips durch den Kruger Park. Zu dem Zeitpunkt war mir gar nicht klar, was Backpacking ist. Und als es mir klar wurde, war ich erst mal not amused. Es fing schon an, dass ich nicht nachvollziehen konnte, wieso jemand aus eigenem Willen in einem Schlafsaal übernachten wollen würde. Ganz zu schweigen von der unbehaglichen Vorstellung, nur mit dem Rucksack herumzureisen. Ohne zu wissen, wo man am nächsten Tag ein Dach über dem Kopf findet… Oje, dachte ich mir damals und legte mich ins Zeug, den anderen auch die Stimmung zu vermiesen. Es wurde einer meiner geilsten Urlaube. Jaja, es hätte mir damals geholfen, wenn ich das Buch zur Hand gehabt hätte, das ich Euch heute vorstellen möchte: „No Worries – Backpacking für Einsteiger“ von Patrick Hundt. Da wäre ich viel entspannter gewesen. Und hätte nicht versucht gehabt, einem der Hostel-Zimmergenossen das Schnarchen gewaltsam abzugewöhnen…

Patrick ist ein erfahrener Backpacker, der einen sehr erfolgreichen Reiseblog betreibt: 101places.de. Er hat bereits einige E-Books geschrieben, in denen er seine Reiseerfahrungen mit anderen teilt.
Sein neuestes Buch heißt „No Worries-Backpacking für Einsteiger“. Freundlicherweise hat er mir ein Exemplar zugeschickt, über das ich als Testleserin nun berichten werde. Nicht ganz uneigennützig von mir, versteht sich: ich plane selber eine High-Heel-freie Rucksackreise zu machen, also kann ich mit einer Klappe gleich zwei-drei-vier Fliegen schlagen.
Das Buch richtet sich an Personen, die vor ihrer ersten Backpacker-Reise stehen bzw. mit dem Gedanken spielen, diese Art des Reisens auszuprobieren (also passe ich gut in die Zielgruppe ;)). Es gibt ihnen nützliche Tipps, wie sie ihre Reise am besten vorbereiten und organisieren. Und nicht zuletzt möchte es ihnen auch die Angst und die Unsicherheit vor einer solchen Reise nehmen. Denn als Backpacker ist man häufig alleine unterwegs und muss sich spontan um Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung kümmern. Man hat sein ganzes Hab und Gut auf dem Rücken und ist ganz auf sich gestellt. Für manche bedeutet dies die absolute Freiheit, aber für andere, die es nicht kennen, könne es erschreckend oder im besten Fall verunsichernd sein.

Als erstes hat mir der leichte und verständliche Stil zugesagt. Anbetracht dessen, dass diese Rezension im Schwabenland geschrieben wird, ist das scho Lob g’nug ;). Auch gefällt mir, dass die Ratschläge einem sehr unaufdringlich rübergebracht werden. Zu diesem Thema werden einem oft pushende Motivationssprüche zugeworfen „Um die Welt als Backpacker: Das KANNST DU auch!!!“. Ehrlich gesagt habe ich keine Zweifel, dass ich das kann. Die Frage ist, ob ich das will. In diesem Punkt überlässt das Buch einem selber die Entscheidung, wie intensiv man sich auf diese Erfahrung einlassen möchte: man muss sich nicht gleich mit vollem Karacho ins Backpacker-Dasein stürzen (es sei denn, man will es so). Aber Backpacking sollte man dennoch ausprobiert haben: es hat seine Vorteile und das Buch macht drauf aufmerksam: es ist günstiger und unabhängiger, so zu reisen. Und man lernt viele neue Menschen kennen. In wie fern der Reisende diese Vorteile ausschöpfen möchte, kann er selbst bestimmen.

Parallel geht das Buch auf wichtige praktische Themen ein:
* Was/wie viel nimmt man mit?
* Wie findet man günstige Flüge und Unterkünfte?
* (Technische) Ausstattung für die Reise
* Geld (wie viel Geld nimmt man mit? Wie kommt man im Ausland an Bargeld heran?)
* Erreichbarkeit während der Reise (Internet, WLAN, Handy)
* Sicherheit
* Gesundheit/Krankenversicherung
* Was mache ich, wenn… *#%&?!… passiert

Dazu gibt es nicht nur hilfreiche Informationen aus erster Hand, sondern auch Hinweise, wo im Internet weitere nützliche Tipps zu finden sind. Die Punkte sind übersichtlich und bündig dargestellt. Somit steckt das Buch den Rahmen für absolute Einsteiger ab und hat nicht den Anspruch alle Themen bis ins letzte Detail auszuschöpfen. Dazu gibt es einen Überblick, welche Länder für welches Budget und insbesondere für den Anfang geeignet sind.

Obwohl ich bereits Backpacker-Erfahrungen gesammelt habe, finde ich viele der Tipps sehr hilfreich (z. B. den mit der alten Kreditkarte, die man als Attrappe mit sich herumtragen kann oder wie man die besten Flüge aussucht).
Nicht zuletzt hat mir auch eine der Quintessenzen des Buches gut gefallen: es geht immer weiter, egal mit welchen Widrigkeiten man auf Reisen konfrontiert wird. Und irgendwie kommt man immer nach Hause (wir reden hier natürlich nicht von ganz ausgefallenen Umständen). Es hilft tatsächlich, sich das bewusst zu machen, wenn man im Ausland plötzlich ohne Kreditkarte da steht oder einen Flug verpasst hat. Das Buch weist einen auf entspannte Art und Weise hin, dass unterm Strich doch alles halb so wild ist.
In diesem Sinne: definitiv ein guter und empfehlenswerter Ratgeber für die erste Backpacker-Reise, auf den ich zurückgreifen würde, wenn die Zeit reif ist ;). Mal sehen, wohin es mich dieses Jahr dann noch verschlägt …

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3 Antworten

  1. … bei der Lektüre deines Beitrags kommen Erinnerungen an meine „Anhalterreisen“ vor gut vierzig Jahren hoch – Italien, Jugoslawien, Griechenland, Bulgarien, Türkei, Iran, Libanon etc. Im Nachhinein betrachtet ein wenig blauäugig, aber wahnsinnig aufregend. Ganz ohne Netz und doppelten Boden. Dass ich nie ernsthafte Probleme hatte bzw. alle vor Ort lösen konnte, hat mich ein wenig geprägt.

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