Der Londoner Kaugummi :: Ein Kunstobjekt

Er ist klein, er ist klebrig, er is überall: der ausgespuckte Kaugummi lebt weiter. Man findet ihn unter den Sitzflächen von Stühlen, unter Tischplatten, in den Haaren, und millionenfach auf den Straßen von Großstädten. Und was in manchen Ländern verboten und mit einer Geldstrafe geahndet wird, ist in London zu einer Attraktion mutiert: die Kaugummi-Miniaturen von Ben Wilson (Quelle: Wikipedia):

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Ben Wilson ist ein Street Art Künstler, der sich einer besonderen Art der Stadtverschönerung verschrieben hat: ausgespuckte und plattgetretene Kaugummis auf den Straßen von London bemalen. In vielen Reiseführern ist diese Attraktion bestimmt aufgeführt, aber mir schien, als wüssten 99,9% der Touristen in London nichts davon. Ich muss zugeben, ich wusste zwar davon, aber ich konnte im Internet keine brauchbaren Standortinformationen finden. Ich war schon geneigt, eine Street Art Tour durch London zu buchen, um an diese Info heranzukommen. Unerwarteterweise verhalf uns aber der berühmte englische Afternoon Tea dazu.

Nach unserer kleinen Street Art Session saßen wir in einem sehr coolen Shop-Café in Shoreditch – Maison Trois Garcons:

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Und auch wenn es noch nicht Afternoon war, kam die Bedienung unserem Wunsch entgegen und brachte uns das special „afternoon tea for two“. Für läppische 16 Pfund wurden wir mit diesem geilen Korb beglückt: finger food sandwiches & homemade cake selection, dazu Tee:

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Bei diesem Anblick wurden die Äuglein unserer Tischnachbarn auch etwas größer. So kamen wir ins Gespräch und schafften es zwischen dem salmon sandwicht und dem carrot cake, ihnen die ultimative Info zu entlocken: wo diese Kaugummis zu finden sind! Ganz viele solle es angeblich in der Nähe der Millennium Bridge geben. Und persönlich hätten sie einen bei ihrer Street Art Tour in der Rivington Street entdeckt. Die Ortsangabe fiel etwas dürftig aus, der Mann konnte sich nur vage an Giraffen oder so was erinnern. Also verputzten wir die Cake Selection und machten uns auf den Weg in die Rivington Street. Und wenn man Ausschau nach sahara-ähnlichen Elementen hält, wird man auf der anderen Straßenseite tatsächlich fündig:

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Nun nahmen wir die Rivinton Street genauer unter die Lupe. Auch wenn man hier an den Wänden ebenfalls reichlich Ablenkung findet, entdeckten wir beim Weiterlaufen dieses Exemplar (Hausnummer 51-53):

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Nach dem Festhalten von weiteren Graffiti, richteten sich unsere Hoffnungen bzgl. Kaugummi nun auf die Millennium Bridge. Wir investierten die letzten Pfündchen von der Oyster Card für die Fahrt und fuhren mit der Tube zur Station Mansion House (grüne Linie) . Man läuft dann noch die „paar“ Meter zur Brücke zu Fuß:

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Dort angekommen überkam uns das „Schlaraffenland“-Gefühl das zweite Mal an diesem Tag: die ganze Brücke ist damit gepflastert! Und wir haben nicht mal einen Menschen gesehen, der den Blick nach unten gerichtet hatte! Es gab genau zwei Bekloppte, die die komplette Brücke abfotografierten, und das waren wir! ‚Tschuldigung, drei Bekloppte – Django war auch dabei.
Und hier könnt ihr eine kleine Auswahl sehen:

 

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Mit unserem beispiellosen fotografischen Akt wurden wir plötzlich zur temporären Attraktion auf der Brücke. Und so entdeckten auch hartgesottene „Hauptsache-Ich-Bin-Auf-Dem-Bild“-Touris den eigenartigen Charme eines ausgespuckten Kaugummis. Einige bedankten sich sogar bei uns, dass wir sie als lebendige Stolperfallen auf die witzigen Gemälde aufmerksam gemacht haben 😉 !

Kennt ihr auch andere „versteckte“ Attraktionen in London und ihre Standorte? Oder schon die Kunstwerke von slinkachu irgendwo live gesehen??

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4 Antworten

  1. Simon sagt:

    Sehr coole Idee finde ich das.

    Hmmm… unter „the hiking highheel“ hätte ich mir allerdings andere Schuhe vorgestellt 😉

    liebe Grüsse,
    Simon

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