Singapore :: Liebe, Krieg und Glücksspiel oder Secret Spots für Individualisten

Was nach der Vorlage für einen „drama“-trächtigen Kinofilm klingt, ist in Wirklichkeit ein kleiner Exkurs über ein paar Locations in Singapur, die nicht direkt auf den üblichen Touristenpfaden zu finden sind. Solltest du nicht nur für einen kurzen Zwischenstopp in Singapur gelandet sein, hier sind ein paar Empfehlungen von mir, wie du ein paar andere Seiten des Inselstaates kennen lernen kannst.

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Und es geht gleich los mit dem Punkt „Liebe“:

Suchst du immer noch nach Mr Right/Mrs Right?

Dann ist der kleine Yueh Hai Ching Temple in der 30B Phillip Street der richtige Ort für dich (sehr zentral gelegen, geht aber fast unter inmitten von hohen Bankgebäuden).

Das ist der älteste taoistische Tempel in Singapur und auch bekannt für eine kleine schwarze Figur, die Yue Lao gewidmet ist – dem Gott der Liebe und der Ehe in der chinesischen Mythologie (nach meinem spärlichen Wissensstand der chinesischen Sprache: Yue = Mond, Lao = Lehrer, weiser/alter Mann). Diese Figur wird von den Besuchern mit roten Fäden geschmückt. Man glaubt, dass Yue Lao ein Matchmaker ist, der die Fäden und somit auch die Wege von den Personen verknüpft und sie so zueinander führt. Hier kannst du dir von den Tempeldienern auch einen roten Faden geben lassen und diesen um die Figur legen. Dann kannst du dir wünschen, dass das Fröscheknutschen endlich ein Ende nimmt und die Prinzessinnen nicht ständig um Mitternacht Reißaus nehmen. Der Rest ist, wie immer, Schicksal. Es kostet nichts, du kannst aber eine symbolische Spende tätigen.

Ich habe diesen Tempel bereits drei Mal aufgesucht (es hält besser) und kann auf jeden Fall behaupten, dass Singapur und ich eindeutig zueinander gefunden haben. In der Zwischenzeit musst du aber nicht untätig abwarten, sondern Tee trinken. Und das am besten hier:

The Time of Tea & Yixing Xuan Teahouses

In dem Chin Swee Road in der Nähe von Chinatown befindet sich ein kleiner und sehr guter Teeshop – The Time of Tea (53 Chin Swee Road #03-11 Singapore 160053 Tel: 65 6220562, Achtung – der Laden ist nicht mehr in der Mosque Street in Chinatown).

Obwohl der Teeshop nur etwa 10 Minuten zu Fuß von der ursprünglichen Adresse im farbenfrohen Chinatown entfernt ist, ist er nun etwas versteckt und schwerer zu finden. Man muss bei der Nummer 53 mit dem Aufzug in den dritten Stock fahren und Shop Nr. 11 aufsuchen. Das Gebäude sieht eigentlich wie ein Wohnhaus aus. Bei genauer Betrachtung fällt aber auf, dass sich in den verschiedenen Stockwerken überall kleinere Läden befinden.

Während ich hier meinen ersten Oolong „Iron Goddess of Mercy“ und Champagner-Darjeeling schlürfe, plaudere ich ein wenig mit der Inhaberin Beijean, die mir die Gründe für den Umzug des Teeshops verrät: an der neuen Location spare sie über 8000 SGD an Miete im Monat. Da wird einem erst klar, wie viel manche Ladenbesitzer in Chinatown nur mit Touristensouvenirs verdienen müssen.

Im Gegensatz zu den meisten Teeshops in Deutschland kannst du hier jeden Tee deines Wunsches frisch probieren und zwar so, wie die Chinesen diesen zubereiten – in speziellen kleinen Tonkännchen und mit sogenannten Gong Fu Cha Utensilien (s. auch hier)

Eine andere sehr gute Adresse für eingeschworene Teeliebhaber ist das Yixing Xuan Teahouse (30/32 Tanjong Pagar Road | Tel: 6224 6961).
Hier findest du nicht nur eine reiche Auswahl an qualitativen Tees und Teezubehör, sondern kannst du auch ein Teeseminar besuchen.

Nun hast du aber genug für die Seele getan, jetzt geht’s ein wenig an die Beinchen.

Du warst schon im Botanischen Garten sowie auch in The National Orchid Garden, hast aber immer noch nicht genug von Parks und exotischen Bäumen?

Dann kann ich dir folgende Spots empfehlen, die Spaziergang und Geschichte vereinen:

Fort Canning Park

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Der Park befindet sich zwischen Fort Canning Road, Stamford Road, Clemenceau Avenue, River Valley Road und der St. Victoria Street (s. auch Wikipedia).

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Dieser beherbergt den ältesten christlichen Friedhof in Singapur:
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Wenn du meine Beiträge über London gelesen hast, weißt du mittlerweile, dass ich auf alte Friedhöfe stehe. In diesem Park befinden sich noch ein paar andere interessante Dinge, wie z. B. ein Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, diese zwei kleinen Monumente…
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und auch der Spice Garden – der erste botanischen Garten von Singapur aus dem Jahr 1822.

Labrador Park

Falls du dich mehr für (Weltkriegs)geschichte interessierst und gleichzeitig in der Natur sein möchtest, kannst du diese Dinge im Labrador Park zu einer abwechslungsreichen Hiking-Route mit schönen Ausblicken verbinden:

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Interessant sind hier :

  • Die Kriegsgeschichte und –vergangenheit von Singapur:

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  • Die Flora und Fauna:

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  • Die einzige geschützte Felsen-/Küstenvegetation in Singapur (nur mit Führung zu besuchen)
  • Die Labrador Tunnels – es handelt sich dabei um Bunker aus dem Zweiten Weltkrieg, die wohl unterm Meer bis nach Sentosa reichen. Angeblich sei einer der Bunker während des Krieges von einer Bombe getroffen worden. Der Bunker wurde nicht restauriert, sondern so belassen, um Besuchern die verheerende Wirkung der Bombe zeigen zu können. Leider kenne ich das nur vom Hörensagen, denn die Labrador Tunnels waren bei meinen letzten zwei Besuchen geschlossen. Somit kann ich hier keine persönlichen Impressionen wieder geben, würde aber auf jeden Fall beim nächsten Mal einen neuen Versuch wagen.

Tipp: Singapur bietet noch jede Menge Parks, Trails und Walks an, wie z. B. The MacRitchie Trails, Hortpark oder The Southern Ridges.

Wenn du nun genug von Geschichte, Parks und Kültür hast, wird es Zeit für ein dekadenteres Vergnügen:

Ins Kasino gehen!

Ok ok ok ok… das ist nicht ganz abseits vom Touristenrummel, aber vermutlich nicht das allererste, was man in Singapur unternimmt. Ich habe ja drei Anläufe gebraucht, um endlich im Kasino zu landen. Das liegt aber wahrscheinlich daran, dass ich in Sachen Glücksspiel äußerst resistent bin.

Ich kenne in Singapur zwei größere Kasinos: eins gegenüber von Maria Bay Sands und eins auf Sentosa, der Vergnügungsinsel von Singapur. Ich entscheide mich fürs zweitere, da ich bereits auf Sentosa unterwegs bin.

Du musst nur deinen Ausweis zeigen und solltest du schon über 21 Jahre alt sein, kommst du rein und kannst dann dein Glück herausfordern. Für „Nichteinheimische“ ist der Eintritt kostenlos.

Dieser Tipp steht aber in einem gewissen Widerspruch zu Tipp Nr. 1 mit dem Temple of Love. Denn man hat bekanntlich Glück entweder nur im Spiel oder in der Liebe. Also uffbassa!

Wie bereits erwähnt bleibt das Belohnugszentrum in meinem Gehirn beim Glücksspiel aus (dafür habe ich andere kostspielige Laster…). Ich bin wahrscheinlich der knausrigste Kasinobesucher des Jahres 2013, denn das Kasino auf Sentosa hat an mir nur ca. 6 SGD verdient. Ich startete mit 10 SGD und 6 SGD später hatte ich schon keine Lust mehr. Umso mehr amüsierte es mich, den anderen beim Spielen zuzusehen. Und dabei sind z. T. Summen über die Tische gegangen, für die man mehrere Kleinwagen hätte kaufen können.

Solltest du dennoch spielen wollen, nützt es nichts, mit sehr kleinen Beträgen zu starten. Erst ab 20-30 SGD gönnen die Spielautomaten einem etwas Glück, um zu motivieren, weiter zu setzen. Und bevor du mich später für deine Pleite verantwortlich machst: setzt dir ein Limit und verlasse das Kasino, wenn dieses Limit aufgebraucht oder verdoppelt wurde! Das sind die zwei besten (und spätesten) Zeitpunkte, wann du aufhören sollst, um dich noch gern an diesen Tipp zurückzuerinnern.

Zum Abschluss kann ich dir einen kurzen nächtlichen Trip empfehlen:

Jurong Hill & Tower

Dieser Hügel ist ganz in der Nähe des berühmten Jurong Bird Park, aber weit weniger bekannt und abends oder nachts am besten mit dem Taxi oder mit dem eigenen Mofa zu erreichen (ich hatte das Glück, dass mein Gastgeber so ein Mokick namens Sascha besaß).

Wenn du daran gedacht hast (im Gegensatz zu mir damals!), ein Stativ oder zumindest eine Kameraplattform mitzunehmen, könntest du geile Bilder vom Hafen von Singapur bei Nacht schießen. Dieser ist nämlich soooo groß und soooo hell erleuchtet, dass man das Gefühl hat, dass es sich dabei um eine eigene Stadt handelt:
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Hier ein nettes Motiv für Fotovoyeure: es hat schon was, so direkt ins Gebäude gucken zu können… Mit einer guten Kamera ist das möglich…

Ich hoffe, du hattest Spaß mit diesen „Hidden Gems“ in Singapur oder wirst sie irgendwann live erleben!

Darüber kannst du mir gern in den Kommentaren berichten. Kennst du auch andere „Secret Spots“ in Singapur?

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4 Antworten

  1. Kerstin sagt:

    Ha, leider noch nie in Singapur gewesen, aber das gibt sich hoffentlich ab Herbst!

  2. carmen.on.the.road sagt:

    Den Yueh Hai Ching Temple sollte ich wohl mal besuchen 🙂 Wird Zeit, dass ich nach Singapur reise! Sehr schöner Artikel!

    • Danke schön! Wie man an meinen Artikeln erkennen kann, I’m in love with Singapore ;)! Es gefällt mir auch besonders, immer wieder den Kontrast zu erleben: ein kleiner alter Tempel, in dem man die Gottheit der Liebe anbetet, und direkt daneben Wolkenkratzer und Starbucks, wo alle mit ihren Smartphones und Ultrabooks herumspielen…

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