Das gehört in deinen Rucksack :: Das Survival-Kit für Wanderer und Reisende

Angenehm flattern die Outdoor-Schmetterlinge im Bauch und es kribbelt vor Vorfreude – das nächste Wander- oder Reiseabenteuer steht vor der Tür.

Wenn nur das leidige Thema „Packen“ nicht wäre…

„Was nehme ich mit? Wie viel nehme ich mit? Was brauche ich UNBEDINGT?“

Packliste Rucksack Wandern

Ständig kreisen deine Gedanken darum, wie das optimale Verhältnis aus Ausrüstung, Gewicht und Packmaß aussieht. Unpraktisch nur, das hierzu keine einheitliche Meinung herrscht: Was dem einen zu viel ist, ist dem anderen nicht mal ausreichend.

Was auch immer du mitnimmst, Fakt ist, dass der Erfolg deiner Outdoor-Unternehmung bedeutend von dem Inhalt deines Rucksacks abhängt. Fehlende oder mangelhafte Ausrüstung können nicht nur den Spaß an der Sache verderben, sondern auch schwerwiegendere Folgen für Gesundheit und Geldbeutel haben.

Hier spreche ich aus Erfahrung: Auch ich habe einige unangenehme Dinge wegstecken müssen, weil ich nicht rechtzeitig daran gedacht habe, bestimmte Gegenstände mit einzupacken. Einmal ging unsere komplette Fotoausrüstung im wahrsten Sinne des Wortes baden. Ein wasserdichtes Gehäuse für die SLR oder Handyschutz wären da hilfreich gewesen.

Ein anderes Mal musste ich über 900 Höhenmeter auf einen Schlag erklimmen – stundenlang in der prallen Sonne ohne ein einziges schattiges Plätzchen… Doof nur, dass ich aus meinem Schweizer Taschenmesser kein einziges Tröpfchen Sonnencreme herausdrücken konnte und die Blasenpflaster nicht ausreichend waren, um mir eine Mütze daraus zu basteln. Nur dank dessen, dass ich von Geburt an eine Nuance dunkler geraten bin, blieb ich von einem schlimmen Sonnenbrand verschont.

Welche Gegenstände du von der nachfolgenden Liste wirklich mitnehmen würdest, hängt von deinen persönlichen Bedürfnissen und von der Länge und Schwierigkeit der Wanderung ab. Wenn du nur wenige Stunden bei normalen klimatischen Bedingungen unweit deines Zuhauses wanderst, könnte es sein, dass du nicht viel davon brauchst. Bist du aber im Ausland, weit von deiner Unterkunft oder Auto entfernt, oder stehen dir noch etliche Wanderkilometer in einem anspruchsvolleren Gebiet bevor, solltest du für bestimmte Fälle (vor allem solche, die dein körperliches Befinden stark beeinträchtigen könnten) gewappnet sein.

Also fangen wir mal mit den wichtigsten Dingen an:

# Wasser
Oft unterschätzen wir beim Wandern unseren Wasserbedarf. Dieser richtet sich nach dem persönlichen Gewicht, den klimatischen Bedingungen und dem Schwierigkeitsgrad.
Ich brauche mindestens 3 Liter pro Tag bei einer leichten bis mittelschweren Tageswanderung. Dafür muss es nicht einmal ein heißer Tag sein. Kommen auch nennenswerte Höhenmeter hinzu, steigt der Wasserbedarf. Bergsteiger brauchen z. B. 6-7 Liter pro Tag unter extremen Bedingungen.

Wenn es also etwas gibt, wobei es sich lohnt, mehr Gewicht zu schleppen, dann Wasser. Auch wenn gegen andere Flüssigkeiten nach dem eigenen Geschmack nichts einzuwenden ist, ist Wasser unterm Strich das, was dein Körper braucht. Schließlich kannst du dir damit auch kurz die Hände waschen oder eine Wunde reinigen. Und wenn du eine richtige Wanderung machst, wirst du das Wassergewicht auch nicht den ganzen Tag tragen müssen, sondern gut verteilt über die Zeit verbrauchen.

Um dir das Tragen zu erleichtern, könntest du dir einen speziellen Wasserbeutel für den Rucksack besorgen. Allerdings verleihen diese dem Wasser oft einen unangenehmen Geschmack nach Kunststoff (obwohl sie alle angeblich geschmacksneutral seien).

Falls dich dies ebenfalls stört, empfehle ich dir die Edelstahlflaschen von Klean Kanteen – diese sind leicht, robust und das Wasser schmeckt aus meiner Sicht gut (s. auch hier). Dazu sehen sie auch noch gut aus – es gibt sie nämlich in fast allen Regenbogenfarben.

# Personalausweis, DAV-Ausweis, Versichertenkarte, Impfpass
In den Pampas wirst du dich mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht oft ausweisen müssen. Aber für den Fall, dass du es doch müsstest oder (Gott bewahre!) im Krankenhaus landest, solltest du deinen Ausweis und deine Versichertenkarte dabei haben.

Wenn du oft in den Bergen unterwegs bist, ziehe es in Erwägung, dem DAV – dem deutschen Alpenverein – beizutreten. Dadurch kannst du in vielen Fällen günstiger in Hütten übernachten, Ausrüstung ausleihen und auch andere Vorteile nutzen. Im Notfall übernimmt der Verein die Kosten für eine Rettungsaktion (hier eine kleine Story dazu).

# Bargeld
Nur Bares ist Wahres oder wie meine Mutter immer zu mir sagte:
„Immer Geld fürs Taxi dabeihaben“!

Packliste Rucksack Wandern

Irgendwann ist jede Wanderung zu Ende. Dann brauchst du eventuell ein Taxi, den Bus oder sonstiges Transportmittel, um deine Unterkunft oder dein Auto zu erreichen. Ungeplant irgendwo übernachten, etwas zum Essen/Trinken holen, telefonieren, Ausrüstung ersetzen/reparieren oder deinem Glück anderweitig auf die Sprünge helfen – es ist ratsam, etwas Bargeld dabei zu haben. Denn für alles mag es sonst die Kreditkarte geben, aber eine Situation ohne Kartenleser ist letztendlich auch nur eins: Unbezahlbar.

# Handy mit aufgeladenem Akku / Zusatzakku
Wenn ich wandern gehe, will ich eigentlich von meinem Handy nichts mehr wissen. Dennoch habe ich es immer dabei. Denn Telefonieren mit dem Handy ist heutzutage eher nebensächlich. Mit einem gescheiten Smartphone macht man Fotos und lässt die Welt über Facebook oder Twitter an der Unternehmung teilhaben. Blöd nur, wenn der Akku sich just in dem Moment verabschiedet, wenn du das Handy endlich mal für etwas Vernünftiges brauchst: Telefonieren, Navigieren, Hilfe rufen. Klingt banal, aber: Achte darauf, dass der Akku vor der Wanderung voll geladen ist. Und nimmt ggf. einen Zusatz-Akku mit, an den du dein Handy anschließen kannst, wie z. B. diesen hier – klein und praktisch.

# Sonnenschutz
Zum Thema Sonnenschutz könnte ich ein Lied singen. Wenn du denkst, ich hätte meine Lektion gelernt (s. Erwähnung am Anfang des Artikels), dann liegst du falsch: Auch bei meiner nächsten Wanderung vergaß ich meine Mütze. Dafür cremte ich mein Gesicht ausgiebig mit Sonnencreme ein. Und ließ dabei aus Versehen den Haaransatz aus. Ebenso ein paar andere Stellen im Gesicht. Und die Ohren. Und die Handrücken, die beim Halten der Wanderstöcke schön der Sonne ausgesetzt sind…

Die Nase häutete sich danach ganze 4 Mal in Folge. Meine langen Haare, die ich mir mühsam über die Jahre gezüchtet hatte, waren fortan ziemlich lange von jeglichem Seidenglanz vollständig befreit… Bitter.

Damit will ich sagen: Sonnenschutz bedeutet auch Mütze oder Sonnenhut mitnehmen. Diese schützen nicht nur deine Haut, sondern im besten Fall auch Nacken, Kopfhaut und Haare. Sonnencreme solltest du oft und großzügig auftragen. Und das auf jede freie Hautstelle, die dir ein- und auffällt. Vor allem dort, wo die Haut ganz dünn ist, wie Ohren, Lippen, Zinken, Handrücken, Waden (wenn du kurze Hosen anhast).
Ich persönlich trage fast immer Oberteile mit langen Ärmeln, egal wie heiß das Wetter ist. Mittlerweile gibt es Oberteile, die integrierten UV-Schutz haben und kühlen, wie z. B. dieses hier.
Sollte es dir zu warm sein, kannst du dir ersatzweise auch sog. Sleeves besorgen – lange Armstulpen, die du zu einem T-Shirt über die nackten Arme ziehen kannst (gesehen hier).

# Blasenpflaster
Auf all meinen Wanderungen (und es sind einige) ist mir noch nie passiert, dass ich eine Blase hatte. Bereits beim Anprobieren eines Schuhs weiß ich genau, ob dieser bei längerer Belastung Probleme verursachen würde. Solche Schuhe ziehe ich dann nicht an oder kaufe sie erst gar nicht.
Auf der anderen Seite trage ich IMMER spezielle Wandersocken, wie z. B. welche von Falke. Diese vermindern die Reibung und sorgen dafür, dass dein Fuß fester im Wanderschuh sitzt.
Dennoch sind Blasenpflaster etwas, was ich so gut wie immer dabei habe. Durch Wärme und Belastung verändern sich die Füße – sie werden dicker. Dann könnte selbst der bequemste Schuh plötzlich zur schrecklichen Blasenfalle werden. Sobald ich beim Wandern merke, dass der Schuh auch nur ganz leicht drückt (es reicht, dass ich darauf aufmerksam werde), kommt gleich ein Blasenpflaster drauf – lieber vorbeugen statt nachsorgen.

# Desinfektionsmittel & Verbandszeug
Töte die Keime ab, bevor sie die Oberhand gewinnen!!! In einer feuchten und warmen Umgebung entzünden sich selbst kleinste Wunden so rasend schnell, dass du nicht mal so schnell gucken kannst.
Eine kleine Pumpflasche mit Desinfektionsmittel wiegt fast nichts und kann nicht nur Wunden säubern, sondern auch deine Hände. Größere und tiefere Wunden solltest du möglichst keimfrei verbinden.

# Schmerzmittel oder eigene Medikamente
Wenn du spezielle Medikamente benötigst, denk daran, diese mitzunehmen. Und vergiss dabei nicht, etwas gegen Schmerzen einzupacken. Schmerzen haben zwar ihre Daseinsberechtigung, um in vielen Fällen Schlimmeres zu verhindern. Aber wandern mit Rücken- oder Kopfschmerzen oder ein verstauchter Knöchel können einem ganz schön zusetzen. Wenn dadurch kein weiterer Schaden entsteht, können dir Schmerzmittel helfen, standhaft zu bleiben.

# Feuerzeug/Streichhölzer
Hoffentlich brauchst du diese Utensilien nicht, um dir beim Wandern eine Zigarette anzuzünden. Falls doch, dann hättest du zumindest schon etwas Brennbares zur Hand.
Als weitere Brennmaterialien eignen sich Stroh, trockene Baumrinde, Papier, Toilettenpapier, trockenes Gras, Baumwolllappen. Sollte es all das nicht geben, habe ich gehört, dass auch Chips sehr gut brennen sollten. Oder du besorgst dir sog. Überallzünder – Streichhölzer, die an jeder rauen und trockenen Oberfläche, auch bei Nässe, funktionieren. Allein der Versuch, so ein Ding wie ein Cowboy an dem eigenen Fingernagel zu zünden, rechtfertigt den Kauf.

# Taschenlampe
Dass du eine brauchst, merkst du erst, wenn es finster wird – wie bei dieser Wanderung. Selbst eine kurze Tunnelpassage nervt, wenn gar kein Licht da ist. Ersatzweise kannst du mit einem Stock den Boden vor dir abtasten oder mal mit dem Handy leuchten (Akku-Zeit beachten).

Ach, vergiss die Alternativen und kauf dir einfach eine Taschenlampe!
Diese hier kann ich dir empfehlen – ist sehr klein, aber oho!

Packliste Rucksack Wandern

# Reepschnur
Universell einsetzbar als Gürtel, Ersatz-Schnürsenkel, zum Fest- oder Zusammenbinden von Dingen.
Zusätzlich schadet es nicht eine Bandschlinge mitzunehmen (beim Klettern oder im Klettersteig ein Muss!).

# Lippenherpescreme
Ganze 25 Jahre blieb ich von dieser Volksplage verschont. Und irgendwann erwischte es mich doch. Seitdem ist die Anti-Herpescreme mein ständiger Begleiter – in meiner Handtasche und in meinem Rucksack. Beim Wandern – unter Anstrengung und oft in der prallen Sonne – schlagen die Herpesviren über die Stränge und verunstalten schnell Lippen oder gar andere Stellen im Gesicht.
Ähnlich wie bei den Blasen an den Füßen hilft hier Vorbeugen. Sobald ich auch nur das kleinste Anzeichen bemerke, kommt jede Stunde etwas Creme an die betroffene Stelle. Dadurch ist mir schon viele Male gelungen, den Ausbruch komplett einzudämmen.

# Desinfektionstücher/Feuchte Taschentücher
Die Hände nach dem WC-Besuch oder vor dem Essen waschen ist ein Muss. Aber saubere Hände VOR dem Toilettenbesuch sind manchmal sogar wichtiger als die „Hände danach“. Erst recht, wenn du unterwegs bist. Deswegen nehme ich oft feuchte Taschentücher mit – sie nehmen kaum Platz ein und wiegen nahezu nichts. Solltest du beim Wandern richtig ins Schwitzen kommen, kann so ein Tüchlein schnell Schweißgeruch vermindern und erfrischen.

# Müllbeutel
Dass du deinen Müll nicht in der Natur entsorgen sollst, bedarf keiner speziellen Erwähnung – das sollte selbstverständlich sein. Oft handelt es sich dabei um Essensreste, Verpackungen oder Behälter, die den Rucksack oder die Hosentaschen verschmutzen könnten. Bevor du in Versuchung gerätst, den lästigen Müll im Wald verschwinden zu lassen, pack eine kleine Mülltüte mit – diese kannst du für die Abfälle nutzen und zur Not auch als Handschuh einsetzen, solltest du etwas Schmutziges anfassen müssen.

Falls du nun noch Platz in deinem Rucksack übrig hast, hier noch einige weitere Gegenstände für deine Packliste, die je nach Vorhaben hilfreich wären:

# Kugelschreiber & Papier

# Taschenmesser

# Regenschutz

# Für die Ladies – Damenhygieneartikel & bei längeren Haaren => Haargummi

# Schere, Nagelfeile, Pinzette

# Besteck und Trinkbecher – z. B. aus superleichtem Titan

# Nähzeug

# Zipp-Beutel – um kleine Gegenstände gegen Feuchtigkeit und Staub zu schützen und damit im Rucksack Ordnung herrscht.

# GPS-Gerät (mein aktuelles Modell) und/oder Karte und/oder Kompass (oder Handy benutzen)

Nur für den Fall, dass du komplett blank in die Natur ziehen möchtest, oder dich die Umstände dazu zwingen, empfehle ich dir dieses Buch:

Überleben ums Verrecken

Witzig geschrieben ist es ein tolles Nachschlagewerk für Wildnis- und Großstadt-Kämpfer mit sehr nützlichen Tipps vom Survival-Experten Rüdiger Nehberg.

Kleiner Schmankerl im Voraus: Es erklärt unter anderem, was du alles mit einer Stecknadel anstellen kannst, ohne davor lange Jahre als Shaolin-Mönch tätig gewesen zu sein.

Hast du noch weitere Ideen, was im Rucksack auf keinen Fall fehlen sollte? Dann rein damit in die Kommentare!

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4 Antworten

  1. leonieloewin sagt:

    Sehr gute Zusammenstellung – natürlich kommt es auf immer auf die konkrete Tour an. So bleibt ein wenig individuelles Nachdenken nicht erspart 🙂 Liebe Grüße Leonie

    • Hey Leonie, vielen Dank :)! Ja, genau so ist es – ich dachte auch erst auch an „DIE ultimative Packliste“, aber vor allem beim Wandern richtet sich das eindeutig nach der Tour. Einiges davon sollte man immer dabei haben, aber nicht zwangsläufig alles.
      Schöne Grüße aus Stuttgart!

  2. bergkraxler7 sagt:

    Ein schöner Bericht. vor allem sollten die Sachen so verpackt sein das sie nicht aus dem Rucksack fallen können. :-)) Dann kann z.b. eine Tour im Hochgebirge mit nur einer kleinen Flasche Wasser (nachdem die die große Flasche den Berg runter gehüpft ist) im Hochsommer sehr trocken werden. lg Bernd 🙂

    • Das stimmt, das ist in der Tat auch ein Thema, dem man etwas Zeit widmen soll – wie packe ich meinen Rucksack.
      Und das mit der Flasche ist in der Tat nicht so lustig. Da die meisten Rucksäcke aber nur ein Fach für die Flasche seitlich haben, habe ich zwangsläufig noch eine große im Hauptfach dabei ;D, für alle Fälle!

      LG

      Dana

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