La Palma :: Die schönsten Wanderungen

Wenn du dir vornimmst, die Wanderwege auf La Palma unsicher zu machen, wirst du als Wanderer wirklich auf deine Kosten kommen. Kaum eine andere Tätigkeit lässt sich auf der Isla Bonita so gut ausleben, wie Wandern. Von leicht, über anspruchsvoll, bis hin zu abenteuerlich ist alles dabei. Es ist empfehlenswert, wenn vorwiegend Outdoor-Tätigkeikten auf deinem Urlaubsplan stehen – Touristenstrände für den klassischen Strandurlaub und Partymeilen sucht man hier vergeblich.

Es gibt hier Strände, die durch den schwarzen Sand einen ganz besonderen Charme haben. Allerdings, abgesehen von Puerto Naos und Playa de los Cancajos, kann ich nicht behaupten, dass sie für einen gemütlichen Strandtag geeignet sind – zu rau ist der Atlantik und zu groß die Wellen und die Lavabrocken direkt unter der tosenden Wasseroberfläche. Natürlich kannst du den ganzen Tag auch am Hotelpool entspannen. Allerdings ist das aus meiner Sicht eine der langweiligsten Tätigkeiten, die du im La Palma – Urlaub verrichten kannst – so viele schöne Ecken zum Entdecken und so wenig Zeit. Und als wäre das nicht genug – ständig siehst du von irgendeinem tollen Aussichtspunkt eine der benachbarten Inseln Teneriffa, La Gomera oder El Hierro! Diese sind so zum Greifen nach, dass es fast wehtut, dass du nicht so viel Zeit hast, rüberzuschippern. Seuf…

Auch wenn ich bislang nicht alle 67 Wanderungen aus meinem Wanderführer geschafft habe, so bin ich mehr als zufrieden mit meiner spontanen Zusammenstellung. Deswegen möchte ich dir heute meine fünf schönsten Wanderungen auf La Palma vorstellen, um dir die Auswahl für einen Kurzaufenthalt zu erleichtern.

# Ruta de los Volcanes – die Vulkanroute

Diese Wanderung über die Vulkankette Cumbre Vieja soll die Krönung eines Wanderurlaubs auf La Palma sein und zählt zu den beliebtesten Wanderungen auf der Insel. Zuerst wollte ich nicht unbedingt dem Wander-Mainstream folgen. Ich ziehe es vor, im Grünen zu wandern und mag abwechslungsreiche Wege. Bei der Vulkanroute hatte ich einige Vorurteile – ich sah nur karge rötliche Landschaften vor meinem geistigen Auge und ein monotones Auf und Ab, dem ich sonst nichts abgewinnen könnte. Trotz einstimmiger Schwärmerei aller zu Rate gezogenen Quellen, konnte ich mit dieser Route im Voraus nicht so wirklich warm werden. Denn das, was von vielen in den höchsten Tönen gelobt wird, ist oft gar nicht nach meinem Geschmack. Ich sage nur „Twilight“ oder „Fifty Shades of Grey“

Nachdem ich mich eine Weile geweigert hatte, der Tour zuzustimmen, wurde ich mit dem Argument erpresst, dass immer nur ICH alle Routen aussuche. Darin sehe ich auch kein Problem, habe ich diesbezüglich bereits mehrfach einen exzellenten Wandergeschmack bewiesen. Ich ließ mich unter Protest überreden.

Und ich muss sagen: Gut so!

Die Vulkanroute ist in der Tat eine der schönsten und auch eine der anspruchsvollsten auf der Insel. Wenn du bereit bist, einen ca. 20 km langen Höhenweg über Vulkankrater auf dich zu nehmen, wirst du mit phantastischen Ausblicken entlohnt.

Suche dir für die Wanderung einen sonnigen Tag aus, damit du die Aussicht genießen kannst, und denke unbedingt daran, diese Dinge mitzunehmen:

  • Eine Mütze (die auch den Nacken UND die Ohren bedeckt!)
  • Sonnencreme
  • genug Wasser
  • Proviant
  • Geld (für ein Taxi)

Bei dieser Wanderung handelt es sich um eine One-Way-Route. Diese startet am Rast- und Grillplatz Refugio El Pilar, den du nur per Mietauto oder Taxi erreichen kannst. Danach geht der Weg auf und ab über Vulkanhügel bis nach Los Canarios im Süden der Insel. Falls dein Auto noch am Ausgangspunkt steht, kannst du nun ein Taxi nehmen, um wieder zurückzufahren (Kosten ca. 45 €). Alternativ kannst du nur die Hälfte der Route laufen, dann umkehren und einen der parallel verlaufenden Wege zurück zum Rastplatz nehmen.

Besonders wichtig: Nicht nur gibt es während der gesamten Route keine Einkehrmöglichkeiten, sondern auch kaum Schatten (rechne mit mind. 6 Stunden Wanderzeit, wenn du flott unterwegs bist). Deshalb nimm UNBEDINGT Sonnenschutz und genug Wasser mit.

Die Anstiege könnten dich vor allem bei starker Hitze ziemlich beanspruchen. Deshalb empfehle ich dir diese Wanderung, wenn du sicher bist, dass du genug Kondition mitbringst.

In der folgenden Galerie kannst du dir eine Vorstellung machen, was dich auf dem Wanderweg erwartet:

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Wenn du nach der Wanderung noch Zeit und Lust hast, mach einen Abstecher zu den Salinas de Fuencaliente. Hier wird Meersalz in reiner Handarbeit gewonnen. Die weißen Salzfelder reifen in natürlichen schwarzen Lavabecken und sind ein echter Hingucker:

La Palma Die schönsten Wanderungen Salinas de Fuencaliente

# Barranco de la Madera

Dies war meine allererste Wanderung auf La Palma. Erst im Nachhinein las ich, dass sie von vielen auch als eine der schönsten empfohlen wird. Das ist ebenfalls gut so gewesen, denn wer weiß, ob ich sie dann in meinem Aus-Prinzip-Dagegen-Wahn gewählt hätte.

Der Start in diesen Wandertag war etwas ungewiss, nachdem ein Kaktus kurz nach unserer Ankunft die Stimmung im Wanderparadies getrübt hatte.

Ich warf eine Schmerzpille ein, schnürte die Wanderschuhe energischer als sonst und legte mein Indianergesicht auf.

Glücklicherweise konnte ich die Wanderung fast ohne Schmerzen überstehen. Diese hat mich über alle Maße begeistert und das nicht, weil ich unter Medikamenteneinfluss stand: Die Wanderung ist sehr abwechslungsreich – Waldwege, schmale Pfade hoch über der Wasserschlucht, Tunnelpassagen, duftende Kiefernwälder. Und nicht nur das: Während der gesamten Zeit hatten wir den Wanderweg ganz für uns alleine. Falls du mehr Impressionen gewinnen möchtest, kannst du den vollständigen Wanderbericht hier nachlesen.

# Cubo de la Galga

Cubo de la Galga ist eine wildromantische Rundwanderung durch einen Lorbeerwald mit Ausblick vom Mirador de Somada. Um den Ausgangspunkt zu erreichen, fahre einfach die Hauptstraße (LP-1) von Santa Cruz aus in nördliche Richtung. Nach dem Ort La Galga siehst du links am Straßenrand die Touristeninfo in Form eines Holzhäuschens. Hier gibt es auch einen kleinen Parkplatz.

Von hier aus geht es zuerst über einen asphaltierten Weg in den Wald hinein. Nach ca. 1 km endet der Asphalt und du kannst die Wanderung auf einem richtigen Waldweg fortsetzen:

La Palma Die schönsten Wanderungen Cubo de la Galga

Besonders an heißen Tagen ist es sehr angenehm hier zu wandern – die Bäume bieten Schatten und Abkühlung.
La Palma Die schönsten Wanderungen Cubo de la Galga

Oft werden die riesigen Farne erwähnt, die einem auf dem Weg begegnen würden. In unserem Fall sind sie mir nicht aufgefallen  (zumindest keine riesigen), was dem Wandererlebnis aber keinen Abbruch tat:

La Palma Die schönsten Wanderungen Cubo de la Galga

Diese Wanderung ist sehr leicht und in max. 3 Stunden zu schaffen. Sie lässt sich wunderbar mit dem nächsten Highlight auf La Palma kombinieren – einer Abenteuerwanderung durch den Barranco del Agua.

# Barranco del Agua (Los Tilos)

Fährst du nach La Galga weiterhin in nördliche Richtung, erreichst du kurz vor Los Sauces die Abzweigung zum Besucherzentrum von Los Tilos. Hier kannst du dein Auto abstellen und dem Weg in den Wald hinein folgen. Sobald du eine Kurve erreichst (nach ca. 500 m), wirst du auf der rechten Seite ein Restaurant entdecken. Gehe hier geradeaus ins Grüne hinein und folge einem plätschernden Wasserkanal. Nach einem kurzen Tunnel wirst du den Wasserfall sehen.

Die eigentliche Wanderung beginnt aber HINTER dem Wasserfall, über den du wissen solltest, dass er wohl „Öffnungszeiten“ hat. Je nach Saison bzw. Wasserstand hat er „zu“, wodurch der weitere Weg in die dahinter liegende Schlucht nicht passierbar ist. Es sei denn, du lässt dich davon nicht aufhalten. Wenn du vor ein paar Spritzern keine Angst hast, dann sollten die „Betriebszeiten“ des Wasserfalls kein Problem darstellen. Was dich dahinter erwartet, ist spannend und etwas abenteuerlich – sei sehr vorsichtig wegen der Steinschlaggefahr und macht dich auf leichte Kletterpassagen gefasst.

Bei schlechtem Wetter oder nach starkem Regen würde ich die Wanderung jedoch nicht empfehlen, da ich nicht sagen kann, was einen auf der anderen Seite des Wasserfalls erwartet.

Wenn du neugierig bist, kannst du meinen Erfahrungsbericht hier nachlesen.

# Wanderung zur Piratenbucht (Tijarafe)

Wenn du die Piratenbucht zu Fuß entdecken willst, beginnt die Wanderung in Tijarafe und du gehst den kompletten Weg bist zur Bucht hinunter und anschließend wieder hoch – es sind „nur“ etwa 900 m Höhenunterschied.

Du kannst in der Nähe des Rathauses parken, dann die Avenida Princessa Tinavana kurz in südliche Richtung gehen und gleich nach der Ortschaft auf den Wanderweg wechseln, der rechts von der asphaltierten Straße ins Grüne abzweigt.

Alternativ könntest du mit dem Auto fast bis zur Bucht hinunterfahren. Allerdings ist das hier unter anderem ein Wander-Blog, also nix mit dem Auto zur Piratenbucht!

Creme dich ein, Mütze auf und ab geht’s im Zickzack bis zum Meer hinunter. Zuerst kommst du in einer kleineren Bucht an, wo du ein paar Häuschen entdecken wirst. Wenn du hier wieder kurz Energie getankt hast, folgt erneut im Zickzack ein kleiner Aufstieg bis zu einem Parkplatz. Hier gehst du die Straße hinunter und folgst dann dem Weg am Felsen entlang.

Nach einem kurzen Abstieg wirst du auch endlich die Piratenbucht erreichen: Unter einem riesigen, ausgehöhlten Felsvorsprung stehen die kleinen Häuser aneinandergereiht. Diese sind auch aktuell noch bewohnt, ich kann allerdings nicht sagen, ob die Bewohner sie als Wochenendhäuser oder dauerhaft nutzen. Falls du tapfer genug bist und auch ein guter Schwimmer, kannst du dir eine Abkühlung gönnen: Es gibt einen Zugang zum türkisfarbenen Wasser. Allerdings ist die Brandung für meinen Geschmack einen Tick zu stark. So manchen Palmero scheint das wohl nicht abzuschrecken – einige Meter weiter schaukelt ein weißes Boot hilflos hin und her zwischen den Wellen, was bedeutet, dass der Besitzer sich wohl von der Wasserseite genähert haben muss. Nach meiner Einschätzung konnte man das Boot im Umkehrschluss nur schwimmend oder mit einem beherzten Sprung von den umliegenden Klippen erreichen. Anbetracht der rauen See schien mir der Sprung sogar fast eine annehmbare Alternative zu sein.

Wie dem auch sei, eine Abkühlung wäre hier in Form von Schwimmen oder einfach im Schatten sitzen angebracht. Denn all das wirst du gleich brauchen, aber nicht haben – beim Aufstieg geht es im Anschluss richtig ans Eingemachte. Es geht nur noch steil nach oben, ohne Schatten und ohne Einkehrmöglichkeit. Wenn du nicht all zu sehr damit beschäftigt bist, dich zu fragen, warum du dir das antust, drehe dich ab und zu um und schaue zurück: Die phantastische Aussicht über den endlosen glitzernden Atlantik ist eine mögliche Antwort.

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Spätestens nach 1.5 Stunden bist du auch schon wieder oben angekommen. Jetzt kannst du dir ein wohl verdientes Eis gönnen, deine Ausdauer loben und glückselig zurückblicken.

Hast du auch weitere besondere Wander-Empfehlungen für La Palma? Dann rein damit in die Kommentare!

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8 Antworten

  1. leonieloewin sagt:

    Eine tolle Zusammenstellung über schöne Routen auf La Palma. Auch ich bin dort viele Routen gewandert und habe auch noch nicht alles geschafft. Die Insel ist einfach ein Wanderparadies. Liebe Grüße Leonie

  2. Samuel sagt:

    Hallo, ein Top Beitrag. Das macht echt mal Laune auf mehr! Super Artikel! Bisher hat es mich noch nie dahin gezogen, aber deine Bilder machen Lust…

  3. Günter sagt:

    Hallo Dana,
    wunderschöner Beitrag. Bei Deinen Fotos werde ich richtig neidisch! Besonders aus dem Lorbeerwald im Nordosten habe ich leider fast nur verwackelte unscharfe Aufnahmen. Muss mir doch mal eine bessere Kamera zulegen und üben …

    • Hallo Günter,

      vielen Dank :)! Jaja, das mit der Fotoausrüstung beim Wandern ist immer so eine Sache ;)… immer öfter greife ich auch zum Handy, weil ich einfach keine Lust habe, den ganzen Tag Kamera&Co zu schleppen. Aus diesem Grund habe ich mir die Alpha 6000 von Sony zugelegt, sie ist deutlich leichter als eine SLR.

      Liebe Grüße

      Dana

  4. Silke sagt:

    Auf La Palma waren wir leider nur eine Woche. Viiiiel zu kurz und wir werden auf jeden Fall wiederkommen. Grandiose Insel mit wunderbaren Möglichkeiten. Deine Zusammenstellung ruft mir wieder die schönen Bilder ins Gedächtnis!

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